Polyurethan
- Was sind Polyurethane (PU)?
- Polyurethane – Chemische Struktur
- Wie werden Polyurethane hergestellt?
- Polyurethan – Materialeigenschaften
- Verwendung von Polyurethanen
- Umweltaspekte und Recycling von Polyurethanen
- Thema Polyurethane – Ausblick
- Zusammenfassung zum Thema Polyurethan
- Häufig gestellte Fragen zu Polyurethan (PU)
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Lerntext zum Thema Polyurethan
Was sind Polyurethane (PU)?
Polyurethane sind besonders vielseitig und begegnen dir in ganz unterschiedlichen Produkten des Alltags: Du findest sie beispielsweise in Matratzen, Sportschuhen oder lackierten Holzflächen.
Polyurethane (PU oder PUR) gehören zu dene Kunststoffen. Sie entstehen, wenn ein Polyol (mehrwertiger Alkohol) mit einem Isocyanat reagiert. Diese chemische Reaktion ist eine Polyaddition. Dabei entsteht die typische Urethan-Gruppe $(-\text{NH}-\text{CO}-\text{O}-)$.
Polyurethane sind Kunststoffe. Je nach Zusammensetzung können sie weich wie Schaumstoff oder hart wie ein Lack sein. Wegen dieser Vielseitigkeit nennt man Polyurethane auch „Alleskönner unter den Kunststoffen“.
Alltagsbezug:
Matratzen, Sofas, Turnschuhe, Autositze, Lacke, Kleb- oder Dämmstoffe – all das besteht häufig aus PU. Der Werkstoff kann elastisch, fest, wärmedämmend oder abriebfest sein – perfekt also für viele Einsatzbereiche im Alltag.

Polyurethane – Chemische Struktur
Damit du verstehst, warum Polyurethane so unterschiedliche Eigenschaften haben können, sehen wir uns ihren Aufbau an.
Polyurethane entsteht durch die Reaktion von Molekülen, die mindestens zwei funktionelle Gruppen tragen:
- Polyole (mehrwertige Alkohole) enthalten die Hydroxygruppe $(-\text{OH})$.
- Isocyanate enthalten die Isocyanatgruppe $(-\text{NCO})$.
$\ce{R-OH + R'-NCO -> R-O-CO-NH-R'}$
Diese Reaktion bildet eine Urethan-Gruppe $(-\text{NH-CO-O-})$. Wenn die Ausgangsstoffe mehrere dieser Gruppen enthalten, verknüpfen sie sich zu langen Polymerketten. Das Ergebnis ist ein Makromolekül, also ein Polymer.
Wie werden Polyurethane hergestellt?
Die chemische Herstellung von Polyurethanen erfolgt durch eine Polyaddition, nicht durch Polykondensation oder Polymerisation.
Bei der Polyaddition reagieren ein Polyol und ein Diisocyanat direkt miteinander
Je nach Zusammensetzung entstehen unterschiedliche Produkte:
| Art des Polyurethans | Typische Reaktionspartner | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Weichschaum (flexibel) | Polyetherpolyol + Toluol-Diisocyanat (TDI) | elastisch, weich, offenporig |
| Hartschaum | Polyesterpolyol + Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) | steif, geschlossenporig, wärmedämmend |
| Elastomer / Gießharz | lineare Polyole + aliphatische Diisocyanate | zäh, abriebfest, formstabil |
Bei der Schaumherstellung werden zusätzlich Wasser und Treibmittel zugesetzt. Das Wasser reagiert mit Isocyanaten zu $\ce{CO2}$, das als Blähgas wirkt und die Schaumstruktur bildet.
Polyurethan – Materialeigenschaften
Die Eigenschaften der Polyurethane hängt stark davon ab, welche Reaktionspartner verwendet werden. Polyurethane
- können hart oder weich sein,
- besitzen eine hohe Abriebfestigkeit, sie nutzen sich also kaum ab,
- sind chemisch beständig, sie werden beispielsweise von Öl, Fett und vielen Lösungsmitteln nicht angegriffen,
- zeigen gute Dämmeigenschaften (Wärme und Schall) und
- sind elastisch, sie lassen sich also dehnen und kehren in ihre ursprüngliche Form zurück.
Thermische und mechanische Eigenschaften:
Polyurethane können thermoplastisch, duroplastisch oder elastomer sein:
- Thermoplastische PU (TPU): wiederverformbar, z. B. für Schuhsohlen
- Duroplastische PU: hart und formstabil, z. B. für Lacke
- Elastomere PU: gummielastisch, z. B. für Dichtungen
Verwendung von Polyurethanen
Aufgrund ihrer vielseitigen Eigenschaften gehören PU zu den wichtigsten Kunststoffen in Technik und Alltag.
| Bereich | Typische Verwendung |
|---|---|
| Bauwesen | Dämmstoffe, Montageschaum, Dichtungen |
| Möbel & Alltag | Matratzen, Polster, Sofas |
| Automobilbau | Sitzpolster, Armaturenbretter, Lenkräder |
| Sport & Freizeit | Sportschuhe, Skateboardrollen, Surfboards |
| Industrie & Lacke | Lacke, Klebstoffe, Dichtmassen |
| Medizin | Katheter, Schläuche, Beschichtungen |
Besonders beliebt ist Polyurethan-Schaum, weil er leicht, isolierend und formstabil ist.
Wusstest du schon?
In modernen Kühlschränken befindet sich meist Hartschaum aus Polyurethan, der die Kälte im Inneren hält. Dadurch sinkt der Energieverbrauch erheblich!
Umweltaspekte und Recycling von Polyurethanen
Bei der Herstellung und Verarbeitung von Polyurethanen spielt Sicherheit eine wichtige Rolle, da Isocyanate gesundheitsschädlich sind und nur in geschlossenen Systemen verarbeitet werden dürfen.
Das Recycling von Polyurethanen ist schwierig, da es sich meist um vernetzte Polymere handelt, die sich nicht einfach einschmelzen lassen. Dennoch gibt es verschiedene Ansätze:
- Mechanisches Recycling: Zerkleinern und Wiederverwendung als Füllstoff
- Rohstoffliches Recycling: Zersetzung zu den ursprünglichen Monomeren durch chemische Spaltung (z. B. Glykolyse)
- Energierückgewinnung: Verbrennung mit Wärmenutzung
Nachhaltigkeit:
Heute wird zunehmend versucht, Polyurethane aus biobasierten Polyolen herzustellen, um fossile Rohstoffe zu ersetzen und die Umweltbelastung zu verringern.
Thema Polyurethane – Ausblick
Wenn du das Prinzip der Polyaddition verstanden hast, kannst du dich als Nächstes mit anderen Polymeren beschäftigen, etwa Polyester oder Polyamide. Besonders spannend ist der Vergleich der Reaktionsarten (Polyaddition, Polykondensation, Polymerisation) und ihrer Auswirkungen auf die Materialeigenschaften.
Zusammenfassung zum Thema Polyurethan
- Polyurethane (PU) gehören zu den Kunststoffen, die durch Polyaddition aus Polyolen und Isocyanaten entstehen.
- Die entstehende Urethan-Gruppe $(-\text{NH-CO-O}-)$ verbindet die Molekülketten.
- Je nach Zusammensetzung entstehen weich, hart oder elastisch reagierende Materialien.
- Wichtige Verwendungen: Matratzen, Dämmstoffe, Lacke, Klebstoffe, Schuhsohlen, Fahrzeuginnenräume
- Polyurethane sind chemisch beständig und vielseitig, aber schwer recycelbar.
Häufig gestellte Fragen zu Polyurethan (PU)
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